Buchungsportale – Fluch und Segen für die Hotellerie

Onlineplattformen wie Booking.com, Expedia, Trivago oder Urlaubsguru haben in den letzten Jahren die Reisebranche revolutioniert und ordentlich auf den Kopf gestellt. Konsumenten erfreuen sich an erleichterten Buchungsvorgängen und Hoteliers haben einen starken Vertriebspartner dazu gewonnen. Eigentlich eine Win-Win-Situation! Ja aber nur eigentlich, denn der Trend zu Buchungsplattformen hat auch ihre Schattenseiten. Projekt Kofler hat sich dieser Thematik angenommen und nimmt die Auswirkungen von Onlineplattformen genauer unter die Lupe.

Wer kennt das Prozedere nicht? Wer gerne ein paar Tage Urlaub buchen möchte aktiviert schnell den PC, gibt in der Suchmaske die Buchungsseite ein, legt Ort und Zeitraum fest und zack wenige Klicks später ist das Ding geritzt und es muss nur mehr der Koffer für die bevorstehende Reise gepackt werden. Der Hotelier auf der anderen Seite freut sich, dass er ohne großes Zutun einen weiteren Gast in seinem Hotel begrüßen darf und so notwendige Einnahmen erzielt. Aber nicht nur Gast und Hotelier freuen sich, auch die Buchungsplattformen reiben sich erfreut die Hände. Denn eine Provision von bis zu 15% ist ihnen schon mal sicher. 15% die dem Hotelier in seiner Kasse dann fehlen. Aber immerhin gehört er wahrscheinlich zu den glücklichen Betrieben die ganz vorne gerankt sind, denn wer in der Maske auf den letzten Seiten erscheint hat kaum eine Möglichkeit überhaupt gefunden zu werden.

Die Sache mit der Positionierung

Man munkelt, dass die Auslöser, einerseits die auf der eigenen Homepage niedriger ausgewiesenen Preise und andererseits die Maximierung des Gewinns des Buchungsprogrammes selbst sein könnten. Wissenschaftlich bestätigt ist dies jedoch nicht, denn solche Portale glänzen mit Intransparenz.

Jedoch gibt es einige Faktoren, die der Hotelier selbst beeinflussen kann, um beim Ranking ein Stückchen weiter nach oben zu rutschen:

  • Beantworten Sie Gästekommentare und versuchen Sie so viel positive Bewertungen wie nur irgendwie möglich zu erzielen.
  • Achten Sie auf die Datenqualität. Profile mit professionellen Bildern, informativen Text und aussagekräftigen Beschreibungen werden grundsätzlich nach vorne geschoben.
  • Geheimtipp: Ändern Sie Ihre Preise nachfragebezogen. Dies soll tatsächlich einen kleinen Boost nach vorne bewirken.
  • Die Sichtbarkeit wird ebenfalls erhöht, wenn sie Ihre Kommissionen über einen bestimmten Zeitraum hinweg erhöhen.
  • Setzen Sie die Zimmerverfügbarkeit so hoch wie möglich. Je mehr Zimmer vermietbar sind desto mehr Umsatz kann das Portal selbst auch generieren

Der Trend geht in eine klare Richtung

Trotz herber Kritik und hoher Provisionen steigt die Reichweite der Onlinebuchungsportale weiterhin. Dies ist in Zeiten der vollkommenen Digitalisierung kein Wunder. Aber nicht nur für den Endkonsumenten haben Booking.com & Co. Vorteile. Denn trotz Vermittlungsgebühr bieten sich Buchungsplattformen als günstiges Vertriebsmittel mit einer nahezu weltweiten Reichweite an. Gerade privatgeführte Hotels ziehen ihren Nutzen aus der enormen Marktpräsenz dieser Unternehmen.

Projekt Kofler Tipp: Versuchen Sie Hotelgäste, die über eine Internetplattform gebucht haben als Stammgäste zu gewinnen. Machen Sie während des Aufenthalts mehrmals (Infobroschüre, Rezeption, Anmeldaufforderung zum Newsletter, Aushang) darauf aufmerksam, dass Direktbuchungen ebenfalls möglich sind und bieten Sie als Anreiz spezielle Goodies (wie z.B. Ermäßigung, kostenlose Massage, Gutscheinheft, Falsche Wein auf dem Zimmer etc.).

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Alle Hoteliers sind ausnahmslos auf die ein oder andere Weise mit Expedia, Booking.com und wie sie alle heißen konfrontiert. Die einen mehr die anderen weniger. Speziell für die kleineren Betriebe bringen diese Websites zahlreiche Vorteile mit die man nicht außen vorlassen darf. Neben der bereits erwähnten hohen Reichweite, verfügen diese Seiten über ein schier grenzenloses Marketingbudget und übernehmen zudem den gesamten Buchungsvorgang. Neue, bis dato, unerreichbare Märkte können weltweit erschlossen werden und freie Kontingente werden oftmals leichter an den Urlauber gebracht.

Dass diese Dienste nicht kostenlos sind versteht sich von selbst. Vermittlungsgebühren bis 15% sind wie vorher bereits besprochen keine Seltenheit. Doch Geld ist nicht das Einzige was sich Buchungsportale zu Eigen machen zumal sie sämtliche Gästedaten abspeichern und abfragen.  Darüber hinaus sind die AGB’s oft undurchsichtig und schränken Hoteliers in Ihrem Handeln ein. Ein weiterer Minuspunkt die Onlineportale zu verbuchen haben ist die irrsinnig hohe Stornoquote, da Stornierungen meist kostenlos angeboten werden.

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